Pestwurz(Petasites hybridus), das bedeutet für mich, altes Wissen zu ehren und zugleich Achtsamkeit walten zu lassen. Diese mächtige Pflanze war einst berühmt.
Was ist Pestwurz?
Die Pestwurz (Petasites hybridus) ist eine mehrjährige Heilpflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie wächst bevorzugt an feuchten Standorten, wie Bachufern und Auen. Ihren Namen erhielt sie, weil sie früher bei Pest und Fieber eingesetzt wurde. Heute wird sie vor allem in der modernen Pflanzenheilkunde verwendet.
Merkmale der Pestwurz
- mehrjährige, krautige Pflanze
- sehr große, herzförmige Blätter
- Blätter erscheinen nach der Blüte
- dicke, kriechende Wurzelstöcke
- kleine, rötlich-violette Blütenstände
- Blütezeit: Februar – April
- Wuchshöhe: Blätter bis 1 Meter
Steckbrief
- Botanischer Name: Petasites hybridus
- Familie: Korbblütler (Asteraceae)
- Wuchsform: Ausdauernde, große Staude mit kriechendem Rhizom
- Höhe: 40–100 cm
- Blätter: Sehr groß, rundlich, herzförmig, erscheinen sie nach der Blüte
- Blüte: Rosarot bis violett, traubenförmig von März bis April, noch vor dem Laub
- Standort: Feucht, halbschattig, an Bachläufen oder Waldrändern
- Boden: Feucht, humos, nährstoffreich
- Besonderheiten: Krampflösend, schleimlösend. Achtung, nur mit Vorsicht anzuwenden!
- Verwendung: Wurzel & Rhizom nur medizinisch, aber nicht als Wildkräuterkost
Heilkunde
Pestwurz ist ein altes Heilmittel bei Krämpfen, Asthma, Migräne und Menstruationsbeschwerden. Sie wirkt krampflösend, schleimlösend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Früher wurde sie auch gegen Pest und schwere Atemwegsinfekte eingesetzt. Daher auch der Name.
Achtung: Pestwurz enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA) ,diese sind leberschädlich. Nur standardisierte, PA-freie Extrakte (z. B. in Kapseln) sind unbedenklich. Keine Selbstanwendung mit Wildpflanzen!
Inhaltsstoffe
- Sesquiterpene (z. B. Petasin)
- ätherische Öle
- Bitterstoffe
- Flavonoide
Enthält Pyrrolizidinalkaloide (leberschädigend)
Ernte
- heute keine Selbstsammlung empfohlen
- medizinische Nutzung ausschließlich aus kontrolliertem Anbau
Nutzung
- Verwendung fast nur noch in standardisierten Arzneimitteln
- Tabletten oder Extrakte
⚠️ Wichtiger Hinweis:
Rohe Pflanzenteile sind giftig und dürfen nicht selbst verarbeitet werden.
Conny-Tipps für sicheren Umgang:
- Fertigarznei nutzen: Nur geprüfte Pestwurz-Präparate (z. B. PA-freie Extrakte gegen Migräne) verwenden.
- Keine Selbstherstellung von Tee oder Tinktur aus Wurzel oder Blättern!
In der Küche: Nein
Pestwurz ist kein Küchenkraut. Aufgrund der potenziellen Giftstoffe nicht essbar. Weder roh noch gekocht. Die Blätter wurden früher als „Wickelpapier“ für Butter oder Käse verwendet.
Fazit: Wirkstoff ja – Wildpflanze nein. Nur als geprüfte Extrakte in die Hausapotheke holen!