Kurz und gut
Botanischer Name
Petasites hybridus
Familie
Korbblütler (Asteraceae)
Profil
giftige Wildpflanze; arzneiliche Extrakte nur nach ärztlicher Beratung
Besonders bekannt für: Pyrrolizidinalkaloide und früherer Einsatz bei Migräne
Pestwurz erinnert an altes Heilwissen und verlangt zugleich große Vorsicht. Wegen möglicher Leberschäden gehört sie nicht in die Selbstmedikation.
Achtung:
Pestwurz enthält Pyrrolizidinalkaloide. Diese Stoffe können die Leber schädigen und wirkten im Tierversuch erbgutverändernd. Verwende keine rohe Pflanze. Auch bei als PA-frei beworbenen Präparaten ist die Sicherheit nicht garantiert.
Pestwurz ist eine mehrjährige Heilpflanze, die bevorzugt an feuchten Standorten wie Bachufern, Auen und Waldrändern wächst. Ihren Namen erhielt sie, weil sie früher bei Pest, Fieber und schweren Atemwegsproblemen verwendet wurde.
Typisch sind sehr große herzförmige Blätter, dicke kriechende Wurzelstöcke und rötlich-violette Blütenstände, die schon vor dem eigentlichen Laub erscheinen.
Zusammenfassung: Pestwurz-Extrakte aus der Wurzel wurden zur Vorbeugung von Migräne untersucht. Wegen möglicher Leberschäden sollte auch ein als PA-frei beworbener Extrakt nicht eigenständig eingenommen werden.
Für die Migränevorbeugung wurden Pestwurz-Extrakte untersucht. Sicherheitsbedenken, besonders für die Leber, bleiben bestehen.
Klassische Anwendungen
- Pestwurz-Extrakte wurden zur Migränevorbeugung untersucht, sind aber wegen möglicher Leberschäden umstritten
- keine eigenständige Einnahme von Pestwurz-Produkten
Heutige Verwendung
- vor einer arzneilichen Anwendung ärztlich beraten lassen
- keine Selbstsammlung und keine Rohverarbeitung
- keine Tees oder Tinkturen aus Wildpflanzen herstellen
Dauer der Anwendung
Für eine eigenständige Einnahme gibt es hier keine Dauer, weil Pestwurz nicht zur Selbstanwendung geeignet ist.
Bei der Pestwurz spielen traditionell vor allem Wurzel und Rhizom eine Rolle. Gerade diese Pflanzenteile enthalten jedoch auch die problematischen Pyrrolizidinalkaloide.
Verwendete Pflanzenteile
- Wurzel
- Rhizom
Botanische und volkstümliche Namen
- Botanischer Name: Petasites hybridus
- Familie: Korbblütler (Asteraceae)
- Wuchsform: ausdauernde große Staude mit kriechendem Rhizom
- Blüte: rosarot bis violett, noch vor dem Laub
- Häufige Namen: Gemeine Pestwurz
Verwechslung möglich?
Die Blätter ähneln denen des Huflattichs, werden aber viel größer, bis über 60 cm breit. Da Pestwurz nicht selbst gesammelt werden soll, ist die Bestimmung vor allem im Garten wichtig.
Pestwurz enthält starke Wirkstoffe, ist aber zugleich eine der Pflanzen, bei denen Sicherheit und Verarbeitung entscheidend sind.
Wichtige Inhaltsstoffgruppen
- Sesquiterpene wie Petasin
- ätherische Öle
- Bitterstoffe
- Flavonoide
- Pyrrolizidinalkaloide
Traditionelle Verwendung
Untersucht wurden vor allem Extrakte aus der Wurzel zur Vorbeugung von Migräne. Heute stehen die Risiken durch Pyrrolizidinalkaloide und mögliche Leberschäden im Vordergrund. Eine sichere Selbstanwendung lässt sich daraus nicht ableiten.
Bei der Pestwurz steht Sicherheit an erster Stelle. Sie ist kein Heilkraut für spontane Selbstversuche, sondern eine Pflanze, die nur in geprüfter Form verwendet werden sollte.
- Pestwurz gehört zu den Korbblütlern, bei einer Allergie gegen Korbblütler nicht anwenden
- in Schwangerschaft und Stillzeit nicht anwenden, auch keine als PA-frei beworbenen Produkte
- für Kinder gibt es keine ausreichenden Daten, deshalb nicht anwenden
- keine Selbstanwendung mit Wildpflanzen
- auch bei PA-frei beworbenen Produkten Leberschäden nicht ausschließen
- keine Tees, Tinkturen oder Frischzubereitungen herstellen
- bei Kopfschmerzen oder Migräne, die neu auftreten oder sich verändern, ärztlichen Rat holen
Hinweis:
Rohe Pflanzenteile sind wegen der Pyrrolizidinalkaloide problematisch und dürfen nicht selbst verarbeitet werden.
Hinweis:
Traditionelle Anwendungen beruhen auf Erfahrung und ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.
Wildkräuter am Blatt erkennen
Zum Bestimmen am Blatt. Die großen herzförmigen Blätter kommen erst nach der Blüte.
Alte Heilpflanzen und ihre Kräfte
Sinnvoll, um historische Nutzung und heutige Vorsicht besser einzuordnen.
Zu diesen Pflanzen findest du eigene Steckbriefe mit Merkmalen, Anwendung und Sicherheitshinweisen.
Lungenkraut
Traditionelles Atemwegskraut, dessen Tee heute allerdings als überholt gilt.
Spitzwegerich
Wildkraut, dessen Blätter traditionell als Hustentee verwendet werden.
Hinweis:
Inhalte dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine medizinische Beratung.
Die Hinweise zu den Pyrrolizidinalkaloiden stützen sich auf die Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung. Eine EMA-Monografie für Pestwurz gibt es nicht. Das US National Center for Complementary and Integrative Health berichtet auch bei als PA-frei beworbenen Produkten über Leberschäden.