Zwölf Pflanzen im Überblick
In einer kleinen Hausapotheke reichen oft wenige gut ausgewählte Pflanzen. Hier findest du zwölf bekannte Arten und erfährst, wofür sie traditionell verwendet werden. Schau bei jeder Pflanze auch auf die Hinweise zur Sicherheit: Ein Tee, ein ätherisches Öl und ein Arzneipräparat sind nicht austauschbar.
1. Kamille

Einsatz: Kamillenblüten werden traditionell bei leichten Magen-Darm-Beschwerden, Reizungen im Mund und Rachen sowie kleinen Hautentzündungen verwendet.
Anwendung: Als Tee oder abgekühlter Aufguss. Welche Zubereitung passt, hängt von der Beschwerde ab.
Hinweis: Bei einer Allergie gegen Korbblütler darfst du Kamille nicht anwenden. Bei anhaltenden Beschwerden hol ärztlichen Rat ein.
2. Pfefferminze
Einsatz: Pfefferminzblätter werden traditionell bei Blähungen und anderen leichten Verdauungsbeschwerden genutzt. Ein Pfefferminztee ist kein belegtes Mittel gegen Kopfschmerzen.
Anwendung: Die Blätter kannst du als Tee aufgießen.
Hinweis: Bei Sodbrennen oder Reflux kann Pfefferminze die Beschwerden verstärken. Für Kinder unter vier Jahren sind entsprechende Arzneizubereitungen nicht empfohlen.

3. Ringelblume

Einsatz: Ringelblumenblüten werden traditionell bei kleinen Hautentzündungen und oberflächlichen Wunden verwendet. Auch Spülungen bei leichten Reizungen im Mund und Rachen sind beschrieben.
Anwendung: Je nach Zubereitung als Salbe oder äußerlicher Aufguss.
Hinweis: Bei einer Allergie gegen Korbblütler nicht anwenden. Tiefe oder entzündete Wunden gehören ärztlich beurteilt.
4. Salbei
Einsatz: Salbeiblätter werden traditionell bei leichten Entzündungen im Mund und Rachen sowie bei Verdauungsbeschwerden verwendet.
Anwendung: Ein abgekühlter Aufguss eignet sich zum Gurgeln. Für Tee und andere Zubereitungen gelten unterschiedliche Mengen.
Hinweis: Arzneiliche Anwendungen sind für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht empfohlen. In Schwangerschaft und Stillzeit solltest du Salbei nicht als Heilmittel verwenden.

5. Thymian

Einsatz: Thymian wird traditionell bei verschleimtem Husten im Rahmen einer Erkältung verwendet.
Anwendung: Als Tee oder als geeignetes Fertigpräparat. Achte besonders bei Kindern auf die Altersangabe des Produkts.
Hinweis: Bei Atemnot, Fieber oder Husten, der länger als eine Woche anhält, lass die Beschwerden ärztlich abklären. Ätherisches Thymianöl gehört nicht unverdünnt auf die Haut.
6. Melisse
Einsatz: Melissenblätter werden traditionell bei leichter Unruhe, Einschlafproblemen und Blähungen verwendet.
Anwendung: Als Tee aus den Blättern oder als geeignetes Fertigpräparat.
Hinweis: Für Kinder unter zwölf Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit fehlen ausreichende Daten zur arzneilichen Anwendung. Wenn die Beschwerden nach zwei Wochen bleiben, hol ärztlichen Rat ein.

7. Schafgarbe

Einsatz: Schafgarbenkraut wird traditionell bei leichten Verdauungsbeschwerden und Menstruationskrämpfen verwendet. Ein Aufguss kann auch bei kleinen oberflächlichen Wunden eingesetzt werden.
Anwendung: Als Tee oder für einen Umschlag, je nach Beschwerde.
Hinweis: Bei einer Allergie gegen Korbblütler nicht anwenden. In Schwangerschaft und Stillzeit ist die arzneiliche Anwendung nicht empfohlen.
8. Spitzwegerich
Einsatz: Spitzwegerichblätter werden traditionell bei Reizungen im Mund und Rachen und dem damit verbundenen trockenen Husten verwendet.
Anwendung: Als Tee oder geeignetes Fertigpräparat. Die Altersgrenzen hängen von der Zubereitung ab.
Hinweis: Bei Atemnot, Fieber oder länger anhaltendem Husten reicht Selbstbehandlung nicht aus.

9. Johanniskraut

Einsatz: Johanniskrautöl wird traditionell äußerlich bei leichten Hautentzündungen wie Sonnenbrand und bei kleinen Wunden verwendet. Kapseln und Tabletten aus Johanniskraut sind Arzneimittel, ein selbst gemachter Tee ist damit nicht vergleichbar.
Anwendung: Vor einer Einnahme ärztlich oder in der Apotheke klären, ob Johanniskraut zu deinen Medikamenten passt. Das hier verlinkte Johanniskrautöl ist für die äußere Anwendung gedacht.
Hinweis: Johanniskraut kann die Wirkung wichtiger Arzneimittel abschwächen, auch die hormoneller Verhütungsmittel. Mit manchen Antidepressiva drohen gefährliche Wechselwirkungen. Halte die eingeölte Haut aus starker Sonne heraus.
10. Ingwer
Einsatz: Ingwer wird bei bestimmten Formen von Übelkeit und leichten Verdauungsbeschwerden verwendet.
Anwendung: In der Küche frisch oder getrocknet; für arzneiliche Präparate gelten eigene Dosierungen.
Hinweis: Bei Schwangerschaft, Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme klär eine arzneiliche Anwendung vorher fachlich ab. Küchenmengen und hoch dosierte Kapseln sind nicht dasselbe.

11. Löwenzahn

Einsatz: Löwenzahnwurzel mit Kraut wird traditionell bei leichten Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit verwendet. Von einer „Leberreinigung“ kann dabei keine Rede sein.
Anwendung: Als Tee aus dafür geeigneter Ware; die jungen Blätter kannst du auch als Lebensmittel nutzen.
Hinweis: Bei Gallensteinen, einem verschlossenen Gallengang oder einer Lebererkrankung nicht als Heilmittel anwenden. Bei Korbblütler-Allergie ebenfalls nicht.
12. Brennnessel
Einsatz: Brennnesselblätter werden traditionell genutzt, um bei leichten Harnwegsbeschwerden die Harnwege durchzuspülen. „Blutreinigung“ ist keine medizinische Wirkung.
Anwendung: Als Tee aus den Blättern; dabei ausreichend trinken. Junge Blätter kannst du gekocht auch als Gemüse essen.
Hinweis: Wenn du wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung weniger trinken sollst, ist eine solche Durchspülung nicht geeignet. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ärztlichen Rat einholen.

Fazit
Nicht jede der zwölf Pflanzen gehört als Vorrat in deinen Schrank. Entscheide nach deinen Beschwerden und danach, welche Zubereitung du tatsächlich brauchst. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden ersetzt die Hausapotheke keine ärztliche Abklärung.
Tipp: Bewahre getrocknete Kräuter beschriftet und trocken auf. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, klär pflanzliche Arzneimittel vorher in der Apotheke ab.
Hinweis
Traditionelle Anwendungen beruhen auf Erfahrung und ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.
Quellen
Die Europäische Arzneimittel-Agentur beschreibt in ihren Monografien jeweils bestimmte Pflanzenteile und Zubereitungen. Die Angaben lassen sich nicht auf jedes Produkt übertragen.
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Kamille
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Pfefferminze
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Ringelblume
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Salbei
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Thymian
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Melisse
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Schafgarbe
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Spitzwegerich
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Johanniskraut
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Ingwer
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Löwenzahn
- Europäische Arzneimittel-Agentur: Brennnessel