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Heilkräuter-Steckbriefe

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Junge Löwenzahnblätter sind im Salat bitter. Wurzel mit Kraut wird traditionell bei leichten Verdauungsbeschwerden verwendet. Bei Gallenleiden nicht.

Inhalt

Artikelinhalt

Kurz und gut

Botanischer Name

Taraxacum officinale

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Profil

traditionell bei leichten Verdauungs- und Harnwegsbeschwerden


Besonders bekannt für: Bitterstoffe, leichte Verdauungsbeschwerden und Wildkräuterküche


Löwenzahntee aus Wurzel und Kraut
3 bis 4 g getrocknete Wurzel mit Kraut als Abkochung oder 4 bis 10 g als Aufguss, bis zu dreimal täglich. Bleiben die Beschwerden länger als zwei Wochen, hol ärztlichen Rat ein.


Löwenzahn ist weit mehr als ein gewöhnliches Wiesenkraut. Für mich gehört er zu den kraftvollsten heimischen Frühlingspflanzen für Küche und Hausapotheke.

Achtung:
Löwenzahn regt den Gallenfluss an. Bei Gallensteinen, Gallenwegsleiden, Lebererkrankung oder einem aktiven Magengeschwür darfst du ihn nicht anwenden. Auch bei Korbblütler-Allergie nicht.

Löwenzahn ist eine heimische Wild- und Heilpflanze, die auf Wiesen, Weiden, an Wegen und in Gärten wächst. Trotz seines Rufes als Unkraut ist er eine wertvolle Heil- und Speisepflanze.

Typisch sind die grundständige Blattrosette, tief gezähnte Blätter, hohle Stängel mit weißem Milchsaft und die leuchtend gelben Blütenköpfe, aus denen später die bekannte Pusteblume wird.

Zusammenfassung: Die EMA bewertet Löwenzahnwurzel mit Kraut bei leichten Verdauungsbeschwerden und zur Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden. Blätter und Wurzel werden auch in der Küche verwendet. Eine Leber- oder Stoffwechselkur ist durch die Monografie nicht belegt.


Die Bitterstoffe prägen den Geschmack. Bei Gallen- oder Lebererkrankungen sind arzneiliche Löwenzahnzubereitungen laut EMA nicht geeignet.

Klassische Anwendungen

  • Tee aus Blättern oder Wurzel
  • geprüfte Zubereitungen bei leichten Verdauungsbeschwerden
  • Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden mit ausreichender Flüssigkeit
  • geröstete Wurzel als koffeinfreier Kaffeeersatz

Zubereitung als Tee

  • 3 bis 4 g getrocknete Wurzel mit Kraut als Abkochung
  • oder 4 bis 10 g als Aufguss mit heißem Wasser
  • bei Harnwegsbeschwerden über den Tag reichlich trinken

Anwendungshäufigkeit

Den Tee bis zu dreimal täglich trinken, Fertigprodukte nach Packungsangabe verwenden.

Dauer der Anwendung

Bleiben die Beschwerden länger als zwei Wochen, hol ärztlichen Rat ein. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es keine ausreichenden Daten, deshalb nicht anwenden.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

  • junge Blätter frisch in Salat und Kräuterquark
  • Blüten für Sirup oder Honig
  • getrocknete Blätter und Wurzeln für Vorrat und Tee

Beim Löwenzahn werden Blätter, Blüten und Wurzel genutzt. Junge Blätter schmecken milder, die Wurzel wird besonders gern für Tee oder geröstete Zubereitungen gesammelt.

Verwendete Pflanzenteile

  • Blätter
  • Blüten
  • Wurzel

Botanische und volkstümliche Namen

  • Botanischer Name: Taraxacum officinale
  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Wuchsform: mehrjährige Wildpflanze mit grundständiger Rosette
  • Besonderheit: gelbe Blüten und flauschige Pusteblumen
  • Häufige Namen: Wiesen-Löwenzahn, Pusteblume

Verwechslung möglich?

Typisch für Löwenzahn sind die meist tief geteilten Blätter in einer Rosette und die äußeren Hüllblätter, die zur Blütezeit abstehen oder zurückgeschlagen sind.

Löwenzahn enthält eine markante Bitterstoffkraft, die seine Rolle als klassisches Frühjahrs- und Verdauungskraut gut erklärt.

Wichtige Inhaltsstoffgruppen

  • Bitterstoffe
  • Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Inulin, vor allem in der Wurzel
  • Kalium und Vitamine wie A und C

Traditionelle Verwendung

Die EMA nennt leichte Verdauungsbeschwerden, vorübergehende Appetitlosigkeit und die Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden. Bei Leber- oder Gallenleiden soll Löwenzahn nicht arzneilich angewendet werden. Gleichzeitig ist er eine geschätzte Wildpflanze für Salate, Sirupe und geröstete Wurzelgetränke.

Löwenzahn gilt grundsätzlich als gut verträglich, lebt aber von seinen Bitterstoffen und sollte deshalb bewusst gesammelt und verwendet werden.

  • Bei Allergie gegen Korbblütler nicht anwenden
  • Nicht anwenden bei Gallensteinen, verschlossenem Gallengang, Gallenwegsentzündung, Lebererkrankung oder anderen Gallenleiden
  • Nicht anwenden bei aktivem Magengeschwür
  • Bei Nierenschwäche, Herzschwäche oder Diabetes meiden, Löwenzahn ist sehr kaliumreich
  • Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es keine ausreichenden Daten, deshalb nicht anwenden
  • Für Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Daten, deshalb nicht anwenden
  • Nur an sauberen, unbelasteten Standorten sammeln
  • Wenn die Beschwerden nach zwei Wochen nicht besser werden, ärztlich abklären lassen
  • Bei Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen, Krämpfen oder Blut im Urin sofort ärztlichen Rat holen

Hinweis:
Traditionelle Anwendungen beruhen auf Erfahrung und ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

Bio-Löwenzahntee

Fertiger Tee aus Löwenzahn in Bioqualität.

Löwenzahnwurzelpulver Bio

Interessant für Wurzelzubereitungen und Kaffeeersatz-Ideen.

Löwenzahnwurzel

Klassische Wurzelform für traditionelle Vorratsküche und Tee.

Zu diesen Pflanzen findest du eigene Steckbriefe mit Merkmalen, Anwendung und Sicherheitshinweisen.

Schafgarbe

Wiesenkraut mit traditioneller Anwendung bei leichten Verdauungsbeschwerden.

Rotklee

Wiesenpflanze mit rosaroten Blütenköpfen.

Knoblauchrauke

Wildkraut mit Knoblauchduft für die Frühlingsküche.

Hinweis:
Inhalte dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine medizinische Beratung.

Die Angaben zu Anwendung und Verträglichkeit stützen sich auf diese Quellen. Die Monografie der Europäischen Arzneimittel-Agentur nennt Gallenleiden, ein aktives Magengeschwür und die Korbblütler-Allergie ausdrücklich als Gegenanzeigen.

Weiterführend

Alle Heilkräuter Steckbriefe auf einen Blick

Zur vollständigen Übersicht: alle Steckbriefe mit Wirkung, Anwendung, Erntehinweisen und Rezeptideen.

Über 60 Steckbriefe verfügbar

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