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Hopfen (Humulus lupulus)

Zwischen rauen Blättern hängen Hopfenzapfen. Der Steckbrief zeigt dir, wie Hopfen wächst und was für Tee bei leichter Unruhe und als Schlafhilfe gilt.

Inhalt

Artikelinhalt

Kurz und gut

Botanischer Name

Humulus lupulus

Familie

Hanfgewächse (Cannabaceae)

Profil

Ausdauernde Kletterpflanze; ihre weiblichen Blütenstände werden traditionell bei leichter seelischer Belastung und als Schlafhilfe verwendet.


Besonders bekannt für: die grünen Hopfenzapfen, seinen bitteren Geschmack und die Verwendung beim Bierbrauen


Hopfenzapfentee
Die EMA nennt für Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene 0,5 g zerkleinerte, getrocknete Hopfenzapfen auf 150 bis 200 ml kochendes Wasser. Als Schlafhilfe wird der Aufguss 30 bis 60 Minuten vor dem Zubettgehen getrunken.


Zwischen den rauen Blättern hängen im Spätsommer die hellgrünen Hopfenzapfen. An ihnen erkennst du die weibliche Pflanze. Hier erfährst du, was Hopfen im Garten braucht und wie seine getrockneten Blütenstände arzneilich eingeordnet werden.

Achtung:
Hopfenpräparate werden für Kinder unter zwölf Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen. Hopfen kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Verwende für Tee nur dafür bestimmte, getrocknete Hopfenzapfen.

Gewöhnlicher Hopfen (Humulus lupulus) ist eine ausdauernde Kletterpflanze aus der Familie der Hanfgewächse. Seine rauen Triebe winden sich an einer Stütze empor. Die gezähnten Blätter sind meist drei- bis fünflappig.

Hopfen bildet männliche und weibliche Blüten an verschiedenen Pflanzen. Nur die weiblichen Pflanzen tragen die zapfenförmigen Blütenstände, die du auf dem Beitragsfoto siehst. Für den Garten braucht die kräftig wachsende Pflanze eine stabile Rankhilfe und einen Platz in Sonne oder Halbschatten mit durchlässigem, nicht zu trockenem Boden.

Die Triebe sterben im Winter oberirdisch ab und wachsen im nächsten Jahr wieder aus. Beim Anfassen können die rauen Pflanzenteile die Haut reizen. Wenn du empfindlich reagierst, zieh beim Schneiden Handschuhe an.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ordnet Hopfenzapfen als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein. Die getrockneten weiblichen Blütenstände werden bei leichten Anzeichen seelischer Belastung und als Schlafhilfe verwendet. Die Einstufung beruht auf langjähriger Anwendung; für Hopfen allein gibt es keinen gesicherten Wirksamkeitsnachweis aus klinischen Studien.

Für Tee bei leichter seelischer Belastung nennt die EMA 0,5 g zerkleinerte Hopfenzapfen in 150 bis 200 ml kochendem Wasser, bis zu viermal täglich. Als Schlafhilfe sind es 0,5 bis 1 g in derselben Wassermenge, 30 bis 60 Minuten vor dem Zubettgehen. Diese Angaben gelten für Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene. Schau bei gekauften Arzneitees und Fertigpräparaten auf die Packungsangaben.

Für selbst gepflückte Zapfen aus dem Garten lässt sich die Qualität eines Arzneitees nicht voraussetzen. Wenn du Hopfen arzneilich nutzen möchtest, wähle entsprechend ausgewiesene Ware. Halten Beschwerden länger als zwei Wochen an oder werden sie stärker, lass sie ärztlich abklären.

  • Botanischer Name: Humulus lupulus L.
  • Weitere Namen: Gewöhnlicher Hopfen, Echter Hopfen
  • Hopfenzapfen: zapfenförmige weibliche Blütenstände, keine Früchte
  • Arzneilich verwendeter Pflanzenteil: getrocknete weibliche Blütenstände; in Fachquellen Lupuli flos

Die gelblichen Drüsen auf der Innenseite der Deckblätter enthalten Bestandteile des Hopfenharzes und ätherisches Öl. Beim Bierbrauen sorgen Hopfenzapfen vor allem für Bitterkeit und Aroma.

Hopfenzapfen enthalten Hopfenharz mit Bitterstoffen, darunter Humulone und Lupulone. Dazu kommt ätherisches Öl. Die Zusammensetzung hängt unter anderem von Sorte, Ernte und Verarbeitung ab.

Als Arzneipflanze wird Hopfen traditionell bei leichter seelischer Belastung und zum Einschlafen verwendet. Das ist etwas anderes als die gut bekannte Verwendung als Bierwürze: Bier ist wegen seines Alkohols kein geeignetes Schlafmittel. In Arzneimitteln kommt Hopfen auch zusammen mit Baldrian vor; für solche Kombinationen gelten die Angaben des jeweiligen Präparats.

  • Bei einer Überempfindlichkeit gegen Hopfen darfst du Hopfenpräparate nicht anwenden.
  • Für Kinder unter zwölf Jahren empfiehlt die EMA die arzneiliche Anwendung mangels ausreichender Daten nicht.
  • In Schwangerschaft und Stillzeit wird Hopfen mangels ausreichender Sicherheitsdaten nicht empfohlen.
  • Hopfen kann die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Wenn du dich müde fühlst, fahr nicht Auto.
  • Beim Umgang mit der Pflanze können Hautreizungen oder Kontaktallergien auftreten. Schütze empfindliche Haut beim Schneiden.

Werden Unruhe oder Schlafprobleme stärker oder halten sie trotz Anwendung länger als zwei Wochen an, such ärztlichen Rat. Für Fertigarzneimittel gelten zusätzlich ihre Packungsangaben.

Hinweis:
Die Teeangaben beziehen sich auf die EMA-Monografie für getrocknete Hopfenzapfen. Andere Hopfenpräparate können anders dosiert sein.

Bei Tee und Präparaten kommt es auf den angegebenen Pflanzenteil und die vorgesehene Anwendung an. Fürs Beet wählst du eine weibliche Pflanze, wenn du Hopfenzapfen sehen möchtest.

Hopfenzapfen für Tee

Getrocknete, zerkleinerte Hopfenzapfen von Humulus lupulus wählen. Achte auf eine klare Dosierangabe für den Aufguss.

Hopfen und Baldrian als Arzneimittel

Bei einem Kombinationspräparat sind die zugelassene Anwendung, Altersgrenze und Dosierung auf der Packung entscheidend.

Weibliche Hopfenpflanze fürs Beet

Eine weibliche Pflanze bildet die typischen Zapfen. Gib der Ranke von Anfang an eine feste Stütze und genug Platz.

Diese Steckbriefe zeigen Pflanzen, die ebenfalls traditionell bei leichter Unruhe oder zum Einschlafen verwendet werden.

Baldrian

Beim Baldrian wird vor allem die Wurzel verwendet.

Zitronenmelisse

Die duftenden Blätter der Melisse werden häufig für Tee genutzt.

Lavendel

Bei Echtem Lavendel stehen Blüten und ätherisches Öl im Mittelpunkt.

Hinweis:
Ein Steckbrief ersetzt keine medizinische Beratung.

Die EMA beschreibt die traditionelle arzneiliche Anwendung und die Sicherheitsgrenzen für Hopfenzapfen. Angaben zu Pflanze und Garten stammen von der RHS und aus dem Arzneipflanzen-Lexikon.

Weiterführend

Alle Heilkräuter Steckbriefe auf einen Blick

Zur vollständigen Übersicht: alle Steckbriefe mit Wirkung, Anwendung, Erntehinweisen und Rezeptideen.

Über 60 Steckbriefe verfügbar

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